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Вчера, 01:56
Re: Ваньяткин Вальсок. В дополнение к ветке "арийские частушки"
 
widd-d-ddiw свой человек
widd-d-ddiw
в ответ widd-d-ddiw 2 дня назад, 23:51, Последний раз изменено Вчера, 10:01 (widd-d-ddiw)

Wanja, alias Iwan. Das ist das Sammelbild von Millionen Spätaussiedlern, mit ihrem ausgeprägten Post-Sowjet-Syndrom, die jahrzehntelang von einem "besetzten Deutschland" reden, von "Familienwerten", die Verbrechen des Nationalsozialismus leugnen - mit anderen Worten, die Wählerschaft der längst selig entschlafenen NPD und heute der AfD, geflüchtet in die "bayerische Stille".

Dorthin, wo "die unschuldige Minna verschied" – eine Anspielung auf das sarkastische Gedicht von Sascha Tschorny. Minna ist auch ein typisch bayerischer Name. Bildlich gesprochen lebt Wanja also "im Haus der toten Deutschen", als typischer Parasit auf einer fremden Idylle.

Und so hätte unser Wanja noch sehr lange weitergelebt.


Doch eines Tages kommt in das Städtchen am Inn – der Inn ist ein Fluss in Bayern, der durch Rosenheim, Passau fließt - ein gewisser "herausragender Hypnotiseur". Eine Art Mephisto-Figur, oder eher ein Jahrmarktscharlatan.

Wanja fährt auf einem quietschenden Fahrrad los, um "den Schwindel aufzudecken", um den Hypnotiseur zu entlarven, dem "die Trottel Kohle in den Rachen schieben". In der "Tiefe seiner Seele" fährt er aber für genau das Gegenteil los - für einen neuen, süßeren Betrug. "Was wäre wenn?"
Auf der Bühne, wo "die Männchen Zweifel äußerten und die Tiotki" – Wanjas abwertendes Vokabular für Frauen – "die Augen aufrissen".


Und dort kommt es vorhersehbar zum Aussetzer: "Von einem heimlichen Hormon getrieben" - keine Idee, sondern sublimierte Libido, sexuelle Frustration.

Wanja klettert mit einem Gebet auf die Bühne: "Führ mich doch in die Welt meiner Träume!" - mit dekadentem Pathos, das an wagnerianische Ekstase erinnert. Und die Hypnose wirkt dementsprechend.

Es treiben "bekannte Gesichter" vorbei – Neonazis wie der kahle Heinrich, Heinrich Daub – Aktivist der sogenannten national-konservativen Bewegung der Russlanddeutschen, Wowa Betz, Waldemar Betz – ein "revisionistischer" Blogger, der wegen seiner unstillbaren Liebe zum Führer 2010 vom größten russischsprachigen Portal "germany.ru" rausgeworfen wurde.

Mit anderen Worten – ein wirres Pantheon typischer "Arier", in dem Heinrich der Vogeler; neben dem Nachbarn aus der Garage steht.

Dann – Bruchstücke: "Süßlicher Himmel ....... Klänge von Märschen und Liedern der Herzen" - eine Auslassung, hinter der sich ganz offensichtlich "Auschwitz" verbirgt.


"...Tod bringend den virtuellen Feinden,

ruft er in der Lager-"Fenja" (Knast-Umgangsrache)

zu den wiedererweckten arischen Göttern"


Das ist die Formel des ganzen Gedichts: russische "Fenja" und arische Götter.

Ein Sofa-Neonazi mit gespreizten Fingern, der von Walhalla träumt, mit der Mentalität des "Sowok" (UdSSR) und einem Koordinatensystem aus Lagerhierarchie und "Begriffen", der in waschecht russischer "Fenja" schwadroniert.



"Spritz den heißen Samen

in die Schöße der schönen Brunhilden!"



Das Heilige wird hier zum Körperlichen, zum Niedrigen. Wagners Brunhilde wird zur "Bruni" mit "Batons" - Schenkeln.

Entwirrung und Finale: "Die geheimen Saiten rissen". Die Hypnose ist zu Ende. Horst Wessel ist verklungen. Es bleiben Kater und Leere. Es bleibt das kalte und schreckliche Schlussbild.


Fazit:


Fraunnagel = Frau + Nagel. Und gleichzeitig – "der Iwan ist". Das ist ein gespaltener Mensch. Juristisch ist er bereits Fraunnagel, um sich zu assimilieren, innerlich ist er aber immer noch derselbe Wanja. Und weder dort noch dort wird er akzeptiert.

Das ist der klassische Typ des "russischen Bayern", des Spätaussiedlers, der in Russland ein Deutscher war und in Deutschland als Russe endete. Daher sein Hass auf die "Busurmanen" - Ausländer – der Versuch, päpstlicher als der Papst zu sein, deutscher als die Deutschen selbst.

Dieses Gedicht handelt nicht "vom Nazismus", sondern von der Leere, von der geistigen und intellektuellen Armseligkeit und Nutzlosigkeit des "Helden", die mit "Nazismus" gefüllt wird.

Wanja flieht nicht vor den Busurmanen, sondern vor seiner eigenen Überflüssigkeit. Die bayerische Stille nimmt ihn nicht an. Und dann findet er eine Gemeinschaft, die ihn immer annehmen wird – das imaginäre arische Reich, in dem er, Wanja, endlich reinrassig, männlich und begehrenswert für die Brunhilden sein wird.


Unerfüllte Sexualität ist hier der Hauptmotor. Der Autor sagt es direkt: Hinter der ganzen Rassentheorie steckt das "heimliche Hormon". Der "Faschismus" ist für Wanja eine Sublimierung, eine Möglichkeit, legitim das herauszuschreien, was man im normalen bayerischen Leben nicht schreien darf.

Und deshalb ist das Finale folgerichtig. Wenn die Hypnose nachlässt, bleibt nur der Körper in der Schlinge. Weil ihn weder die vielbeschworene "Russische Welt" noch die deutsche Welt ausgehalten hat.


Kurz gesagt: Das ist eine Ballade darüber, wie russisches Ressentiment, auf bayerischen Boden verpflanzt, einen giftigen, braunen Trieb hervorbringt.

Und wie dieser Trieb sich unweigerlich selbst erstickt.

 

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